13.03.2019

It's the final countdown ...

Die schier unaufhaltbare Selbstdemontage des Vereinigten Königreichs kommt langsam in die Endrunde. Die englische Guardian-Journalisten Marina Hyde hat heute ins Schwarze getroffen, als sie schriebThe question of whether Brexit represented a midlife crisis or the descent into senility appears to have been answered. The land that likes to picture itself as a David Niven world war two movie is in fact a look-away episode of The Jeremy Kyle Show. On close inspection, the “beacon of democracy” turns out to be a bin fire. 

Das betrifft alle, auch das Gudrun-Team in unserem Verlagsbüro in der Berliner Friedrichstraße, denn schließlich hatten wir bis zur verhängnisvollen Brexit-Wahl im Jahre 2016 mit dem Gedanken gespielt, eine Dependance in London zu eröffnen, um von dort aus unsere englischsprachigen Bücher (sowie die unseres englischsprachigen Schwesterverlags The Ravenwood Press) zu verkaufen. Diese Pläne haben wir längst auf Eis gelegt. Na gut - schließlich gibt es inzwischen wesentlich bedeutsamere Probleme, z.B. die Zukunft der gesamten europäischen Wirtschaft sowie das Wohlergehen unserer britischen Schwestern und Brüder. So stehen wir, wie alle anderen Menschen in der Welt auch, wie der Hase vor der Schlange und harren der Dinge, die da noch kommen werden ...

8.03.2019

Zum Weltfrauentag 2019

(c) Sophia Boddenberg

„Ich bin im Exil, Analphabetin, irre umher, Borderline. Ich will Gold sein, Indianerin, dunkelhäutig, eine Indianerin, die euch meine Geschichte vergessen lässt…“, sagt Daniela Catrileo mit lauter und fester Stimme in einem vollbesetzten Saal. Sie trägt bei einer Performance, zusammen mit anderen Künstler*innen, eines ihrer Gedichte im Museum der Schönen Künste in Santiago de Chile vor. Daniela Catrileo ist 31 Jahre alt. In dem Gedicht, das sie heute präsentiert, geht es um die Suche nach ihrer Identität ...

Fortsetzung auf Deine Korrespondentin.

1.03.2019

Eine neue Heldin wird geboren

Zum diesjährigen Weltfrauentag - der in diesem Jahr zum ersten Mal ein gesetzlicher Feiertag in Berlin ist - empfehle ich allen Fans von spannenden Abenteuergeschichten die ersten beiden Bände der Afrika-Chronik von Tanja Bädecker, die in unserem Schwesterverlag Edition Graugans erscheint. Wer wahrhaft starke weibliche Charaktere in der heutigen Jugend- und Erwachsenenliteratur vermisst, kommt hier voll auf seine Kosten. In dieser Serie können Sie nämlich die Abenteuer der jugendlichen Protagonistin Jenny Sandau in Ostafrika verfolgen. Bd. 1, Afrikaflug, sowie Bd. 2, Fünf Faden tief, sind soeben als Taschenbücher erschienen. Die Bände Der Weg nach Libertalia und Der Nordwind Express sollen im Laufe des Jahres folgen. Die junge Münchnerin Jenny, zusammen mit ihrem älteren Bruder Daniel und ihrem tansanischen Freund Joseph, haben inzwischen einen festen Platz in unseren Herzen gefunden. Und diese süchtig machenden Romane sind keineswegs nur für Jugendliche gedacht, sondern auch für alle Fans von spannender, herausfordernder Literatur. Wir wünschen diesen fantastischen Romanen viele begeisterte Leserinnen und Leser!

10.02.2019

Valentinstag - diesmal richtig ...

Wer an diesem Valentinstag ihrem/seiner Liebsten ein schönes Buch schenken möchte, muss nicht weit suchen: Kurt Tucholskys kurzer Liebesroman "Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte" gehört zu den schönsten und kurzweiligsten Werken dieses schönen Genres. Obwohl sich die Zeiten in vielerlei Hinsicht geändert haben - die beiden ProtagonistInnen werden z.B. nicht ständig durch Emails und lästige WhatsApp-Nachrichten um den letzten Verstand gebracht - bleibt diese Geschichte eines freizügigen aber herzlichen Berliner Paares, das einen schüchternen Wochenendausflug ins konservative Brandenburgische wagt, im Kern genauso prickelnd und aktuell wie im Jahr 1912, als Tucholsky seine Novelle einem begeisterten Publikum vorlegte. Inzwischen liegt auch unsere Ausgabe vor, und ich LIEBE dieses Cover! Ich wünschen allen Verliebten eine herzklopfende Lektüre!

4.02.2019

Per Twitter zum Schweigen gebracht

Manchmal verschlägt es einem einfach die Sprache. Eine junge, vielversprechende chinesisch-französisch-amerikanische Autorin namens Amélie Wen Zhao unterzeichnet einen Vertrag mit einem großen US-Verlag für eine Fantasietrilogie -  Geldwert: eine Viertelmillion Dollar - und wird anschließend von einem Twitter-Lynchmob mundtot gemacht. Am Ende verzichtet sie auf die Veröffentlichung ihrer Bücher und entschuldigt sich auch noch. It was never my intention to bring harm to any reader of this valued community, particularly those for whom I seek to write and empower, schreibt Zhao.

Was hat diese Nachwuchsautorin verbrochen? Ganz einfach: Ihre Protagonistin, die natürlich in einer reinen Fantasiewelt im Weltall lebt, hat "bronzefarbene Haut" und blaue Augen. Außerdem erwähnt Zhao im ersten Band die Institution der Sklaverei, wobei sie eigentlich (und ganz logisch) auf die weitverbreitete Zwangsarbeit in Asien anspielt, ohne dabei an die Epoche der afrikanischen Sklaverei in Nordamerika zu denken, aber egal - für die selbsternannten politisch korrekten SittenwächterInnen der USA, die sich keine anderen Kulturkreise vorstellen können, hat sie sich schon des unverzeihlichen Verbrechens der "cultural appropriation" bzw. der "kulturellen Aneignung" schuldig gemacht und hat folglich nichts mehr zu melden. Eine Chinesin will über die schwarze Sklaverei schreiben? Und die Heldin ihrer Trilogie hat "bronzefarbene Haut"? Über solche Sachen dürfen nur Schwarze schreiben! Ein klarer Fall - die Dame ist eine üble Rassistin. Dabei ist gar nicht klar, ob diese modernen InquisitorInnen das nie erschienene Buch überhaupt gelesen haben. Ja, so schnell geht das, wenn es darum geht, die eigenen Click-Zahlen auf Kosten kreativer AutorInnen zu erhöhen. Mehr zu diesem traurigen und inzwischen gar nicht ungewöhnlichen Fall können Sie hier erfahren.

Das ist wahrlich eine merkwürdige Vorstellung - dass AutorInnen und Verlage irgendwie die Knechte namenloser GroßinquisitorInnen sind - ohne jegliches Recht auf Fantasie und freie Meinungsäußerung. Hier beim Gudrun-Verlag berufen wir uns allerdings nicht auf Twitter, sondern auf unseren eigenen gesunden Menschenverstand sowie auf Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.

3.01.2019

Ein Neues Jahr

Das Team vom Gudrun-Verlag wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gutes und gesundes 2019. In diesem Jahr fiebern wir vielen interessanten Projekten entgegen. Vor allem freuen wir uns auf den hochwertigen Kunstband "Perlen des Neuen Jerusalem", der von unserem Autor Claus Bernet herausgegeben wird. Dieses recht ungewöhnliche Buch behandelt das Thema des Neuen bzw. Himmlischen Jerusalem aus der Sicht der drei monotheistischen Weltreligionen, die diese ganz besondere Stadt als heilig ansehen. Insofern ist dieses Werk, das von einem Rabbiner, einem Imam und einem evangelischen Pfarrer begleitet wurde, ein Beitrag zum Frieden in dieser besonders unruhigen Ecke unserer ohnehin unruhigen Welt. Gleichzeitig sehen wir dem Start unserer neuen Klassiker-Serie "Gudruns bunte Reihe" mit besonderer Freude entgegen. Über weitere Neuerscheinungen werden wir Sie etappenweise informieren. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Bücher eine spannende Lektüre!

24.12.2018

Frohe Weihnachten!

Die MitarbeiterInnen des Gudrun-Verlags wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest!

20.12.2018

Adventsgedanken im Verlagsbüro

Heute, in der Adventszeit, wo die Gedanken der meisten Menschen hierzulande wohl um Christbäume und Glühwein und Geschenke kreisen, schweifen meine eigenen Gedanken etwas ab, denn ich muss ausgerechnet an ... Raupen denken.

Wie bitte?! Ausgerechnet an olle Raupen – in einer Jahreszeit, wo die Natur gänzlich tot zu sein scheint, und wo die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger werden? Wo die einzigen nichtmenschlichen Wesen, denen man auf der Straße begegnet, profane Nebelkrähen und die eine oder andere Katze sind? Ich denke aber tatsächlich an fette, matschige Sommerlarven, unbeachtet der vielen Kerzen und Christbäume, die die Finsternis des Berliner Winters erhellen, denn das Wunder der einfachen Raupe, die sich nach einem langen Schlaf im mühsam selbstgestrickten Kokon und nach schier unbegreiflichen Transformationen in einen strahlenden Schmetterling verwandelt, vollzieht sich jetzt trotz Kälte und Schneeregen mitten im norddeutschen Winter im Gudrun-Verlag. Denn dieses kleine Unternehmen, das sich lange Zeit im Schatten seines größeren Partnerverlags, der erfolgreichen Edition Graugans, ein Schattendasein gefristet hat, und der bis vor Kurzem ihr Dasein größtenteils hauptsächlich auf Blaupausen gefristet hat, lebt jetzt auf richtigem Buchpapier - und wie! 2018 ist es uns nämlich gelungen, nach endlosen Planungssitzungen und Verhandlungen eine ganze Reihe von neuen Büchern zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Die Berliner Straßenkunst-Serie, die Elemente unseres bisher vernachlässigten Großstadt-Alltags ins Visier nimmt und sie uns zum ersten Mal als authentische Kunst präsentiert, ist seit November bei uns erschienen. Die bisher unbeachteten Phänomenen von bemalten Trafokästen (Kai M. Staffel), Korkmännchen (Rubén E. Guerroro), Straßengärten (Bruno Pietsch) sowie die mannigfaltigen Erscheinungsformen von „Balkanien“ (Annette von Arnstein) werden jetzt zum ersten Mal einer größeren Leserschaft vorgestellt. Der wunderschöne Bildband „Perlen des Neuen Jerusalems“ von Claus Bernet et al. erscheint bis Ende des Monats Dezember. Im Dezember erscheint auch die deutsche Ausgabe von Jon Bernsteins „Der Amerikafahrer“. Gleichzeitig feiern wir die Veröffentlichung des utopischen Romans „Die Siedlung“ von Auguste Hauschner aus dem Jahre 1918, und zwar mit einem biografischen Nachwort von unserem Gründer und Geschäftsführer Alan Nothnagle. In diesen Tagen erscheint der Erzählband „Eine Frau allein“ von Annemarie Schwarzenbach sowie die ersten Bände unserer neuen Literaturserie „Gudruns bunte Reihe“ (mehr dazu demnächst). Hinzu kommt eine Neuausgabe von Kurt Tucholskys wunderschöner Liebesgeschichte „Rheinsberg“.

Im Neuen Jahr freuen wir uns auf viele weitere Veröffentlichungen. Dazu zählen Werke von unseren neuen Autorinnen Judy Mandelbaum und Viktoria Sarotti, sowie weitere Bänder der „Bunten Reihe“ und andere Originalwerke. Wir freuen uns auf das Neue Jahr 2019 – und auf viele begeisterte LeserInnen!